Wo sich Amerika erfand

Wo sich Amerika erfandGroße Erinnerungsorte in Neuengland

Neuengland ist eine Region im äußersten Nordosten der USA, etwa halb so groß wie Deutschland, mit 15 Millionen Einwohnern in sechs Bundesstaaten, die weniger als ein Fünfzigstel des amerikanischen Territoriums ausmachen. Und doch schlägt hier das historische und kulturelle Herz der Nation. Nirgendwo wird das europäische Vorurteil eines geschichtslosen Amerika eindrucksvoller widerlegt als hier. Jeder Ort pflegt selbstbewusst mit Museen, Gedenkstätten und Denkmälern seine Geschichte und kulturellen Hervorbringungen. Dabei geht es nicht nur um die Weitergabe von Wissen und Traditionen, sondern immer auch um die Suche nach nationaler Identität.

Arno Heller erzählt die Geschichte der amerikanischen Selbst(er)findung auf überaus originelle Weise – bewusst nicht in Form einer historischen Übersicht, sondern anhand anschaulicher, spannender und auch kritisch hinterfragender Erkundungen von acht zentralen Gedächtnisorten der USA. In Wort und Bild wirft er einen neuen Blick auf die Keimzelle des amerikanischen Traums, auf Natur und Kultur, Literatur und Kunst, Geschichtliches und Kurioses, Tradition und Moderne.

Bemerkung des Autors zu diesem Buch

Seit meiner Pensionierung als Amerikanist in Graz gilt mein Hauptinteresse der in den USA intensiv betriebenen, in Europa jedoch wenig bekannten Erforschung amerikanischer Regionalkulturen und deren Vermittlung an ein deutschsprachiges Lesepublikum.
Nach den Büchern über den „Südwesten“ und „Nordwesten und Kalifornien“ (innsbruck university press) beschäftigt sich das dritte Buch mit Neuengland und seinem Beitrag zur Herausbildung einer amerikanischen Identität – nicht in Form eines Überblicks, sondern durch die kulturhistorische Auslotung von acht zentralen Erinnerungsorten. Diese sind mit ihren Museen, Denkmälern und Gedächtnisstätten in vieler Hinsicht Bildungsbrennpunkte, an denen die nationale Selbst(er)findung in ihren Wesenszügen stattfand und für Menschen, die sich mit ihr identifizieren, längst zur Realität geworden ist. Hier wirkten die herausragenden Geistesgrößen der amerikanischen Literatur – William Bradford, Nathaniel Hawthorne, Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Margaret Fuller, Hermann Melville, Emily Dickinson, Mark Twain – und verliehen dem äußeren Werdegang eine innere Substanz. Das Buch versucht, die vielfältigen Aspekte zu einem Ganzen zusammenzufügen und den Lesern ein Sensorium für diesen faszinierenden Teil der Welt zu vermitteln. Trotz umfassender und genauer Recherchen auf neustem Stand versteht es sich nicht als Fachbuch für Spezialisten, sondern als ein anschaulich gestaltetes und illustriertes „Brückenbuch“ zwischen Wissenschaft und Allgemeininteresse.

Arno Heller

AMERIKANISCHER NORDWESTEN UND KALIFORNIEN

Historische Spurensuche jenseits der Mythen

Die Entdeckung, Eroberung und Erschließung des Westens gehört zu den kollektiven Urerfahrungen der Amerikaner. Ein Gründungsmythos entstand, den die populäre Massenkultur aufgriff und weltweit vermarktete. Obwohl die so verbreiteten Stereotypen und Formeln mit der historischen Wirklichkeit zumeist nur wenig zu tun haben, prägen sie bis heute die Vorstellungen und Verhaltensmuster von Millionen von Amerikanern und Europäern. Sie vermitteln ein Geschichtsbild, das den Mythos der Westerschließung als exzeptionelle kulturgeschichtliche und staatsgründerische Leistung aufrecht erhält.Erst seit den 1960er Jahren kommt es in den USA zu einer „Revision“ der herkömmlichen Geschichtsforschung, die die glorifizierenden Klischees kritisch hinterfragt und durch realistische Darstellungen ersetzt.
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AMERIKANISCHER SÜDWESTEN

Geschichte, Kultur, Mythos

Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erscheinen in den letzten Jahren gehäuft Publikationen, die die USA als Ganzes aus einer aktuellen europäischen Perspektive erörtern. Die politische, wirtschaftliche und militärische Rolle der USA steht im Interessensmittelpunkt dieser zumeist kritischen Bücher.

Angesichts der weltpolitischen Situation der Supermacht USA haben diese Gesamtdarstellungen zweifellos ihre Berechtigung, dennoch blenden sie zumeist gerade das aus, was dieses Land wesensmäßig für mich ausmacht: die bunte Vielfalt der Regionen und ihrer Bewohner, den Reichtum an regionaler und lokaler Geschichte, Literatur und Kultur. Über dieses andere, differenziertere Amerika wissen Europäer in der Regel wenig. Die paradoxe Situation ist, dass trotz der medialen Informationsflut die USA immer mehr zu einer unverstandenen, von Stereotypen und Vorurteilen überlagerten Nation werden und der Anti-Amerikanismus wächst. Hier möchte dieses Buch als erster Band einer amerikanischen Kulturgeschichte in Regionen ansetzen und einen Beitrag zum transatlantischen Verständnis leisten.

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WISSENSCHAFTLICHE PUBLIKATIONEN

Odyssee zum Selbst: Zur Gestaltung jugendlicher Identitätssuche im neueren amerikanischen Roman.
Innsbruck, 1973.

Experiments with the Novel of Maturation: Henry James and Stephen Crane.
Innsbruck, 1976.

Gewaltphantasien: Untersuchungen zu einem Phänomen des amerikanischenGegenwartsromans.
Tübingen, 1990.

William Greaves: Just Doing It’.
zusammen Mit Sonja Bahn. Studien zum amerikanischen
Dokumentarfilm, 7. Trier, 1997.

Forms of the American Imagination.
(Mitherausgeber). Innsbruck, 1979.

Utopian Thought in American Literature.
(Mitherausgeber). Tübingen, 1988

Der amerikanische Roman nach 1945.
(Herausgeber). Darmstadt, 1987.

Über 100 Beiträge zu Fachzeitschriften und Sammelbänden.

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